Nach der Niederlage im Kellerduell gegen den FC Gundelfingen steht der TSV Bogen auf dem letzten Platz in der Bayernliga Süd.

Schaute man am Samstagnachmittag einigen Spielern des TSV Bogen beim Gang in die Kabine ins Gesicht, man hätte glauben können, der Abstieg aus der Bayernliga Süd stünde bereits fest. So weit ist es freilich noch nicht, doch die Rautenkicker mussten einen herben Rückschlag im Abstiegskampf hinnehmen. Mit 0:1 verlor die Mannschaft der beiden Trainer Ben Penzkofer und Markus Rainer gegen das bisherige Schlusslicht FC Gundelfingen und steht nun selbst auf dem letzten Platz.

Wie schon zuletzt beim Heimsieg gegen Landsberg agierte Bogen im 3-5-2-System und bei gegnerischem Ballbesitz mit einer Fünferkette. Eine Variante, die die Gäste so nicht auf dem Schirm hatten, wie ihr Trainer Karlheinz Schabel nach der Partie sagte: "Wir hatten in der ersten viertel Stunde ein paar Probleme, haben dann auf das veränderte System aber gut reagiert."
Somit waren die Gastgeber in der Anfangsphase die etwas bessere Mannschaft und hatten nach einer Hereingabe von der rechten Seite durch Lukas Käufl die erste gute Chance der Partie (11.). Doch nach und nach kamen auch die Gäste besser in die Partie, sodass die Partie in der ersten halben Stunde unter dem Strich ausgeglichen war.
Dann kam die erste Schlüsselszene des Spiels. In der 34. Minute war Tobias Richter alleine auf dem Weg zum Gundelfinger Tor und konnte von Tiemo Reutter nur per Foul gestoppt werden. Schiedsrichter Philipp Götz entschied auf Notbremse und schickte den Gäste-Verteidiger mit der roten Karte vom Platz.
Doch statt diese Situation zu nutzen, kassierte Bogen noch vor dem Pausenpfiff das 0:1 (39.). Zunächst brachte Fabio Kühn nach einer Ecke einen Kopfball gefährlich aufs Tor, den Bogens Keeper Max Putz noch parieren konnte. Doch der Ball kam wieder zu Kühn und dieser wurde im Strafraum von Thomas Köglmeier zu Fall gebracht. Der Unparteiische entschied auf Strafstoß, den Kühn selbst sicher verwandelte.

Gleich nach der Pause hatte Lukas Käufl eine gute Chance zum Ausgleich, traf aus spitzem Winkel aber nur den Pfosten. Trotz Überzahl blieb Bogen auch in der zweiten Halbzeit bei seinem System mit einer Dreierkette. Dadurch taten sich die Rautenkicker schwer, über Außen für Gefahr zu sorgen und im Zentrum machten die Gäste dicht. "Wir haben die Lücke gesucht, haben sie aber nicht gefunden. Oft haben wir die falsche Entscheidung getroffen oder instinktiv den falschen Pass gespielt", resümierte nach der Partie TSV-Trainer Ben Penzkofer.
Dieser sah in der 86. Minute, wie Gundelfingen die bis dahin beste Torchance der zweiten Hälfte hatte, als Phillip Schmid freistehend im Strafraum zum Abschluss kam, den Ball aber deutlich über das Tor setzte. In den Schlussminuten versuchte Bogen noch einmal alles, selbst Spielertrainer Markus Rainer schaltete sich vorne mit ein. Er war es auch, der in der 90. Minute die größte Chance zum Ausgleich hatte, als er nach einer Ecke  per Kopf nur den Pfosten traf.

Gästetrainer Karlheinz Schabel sagte nach dem Schlusspfiff, dass seine Mannschaft zwar auch das nötige Quäntchen Glück gehabt habe. "Aber wir haben dieses Spiel verdient gewonnen, weil wir den Tick geiler waren, diese drei Punkte zu holen." Ben Penzkofer konnte seinem Kollegen dabei nur zustimmen. Für Bogen hat sich die Situation durch die Niederlage im Kellerduell weiter verschärft. Am kommenden Sonntag treffen die Niederbayern mit der zweiten Mannschaft des SSV Jahn Regensburg auf den nächsten direkten Konkurrenten. Aufgeben ist für Bogen ohnehin keine Option. "Wir müssen das Spiel schnell abhaken und nach vorne schauen", sagte Ben Penzkofer.

TSV Bogen: Putz - Th. Köglmeier, Hauner, Albrecht, Schambeck (61. Schambeck), Meyer (75. F. Köglmeier), Rainer, Marcinkovic (65. Tremml), Käufl, Müller, Richter

FC Gundelfingen: Behrens - Grötzinger, Reutter, Laubmeier, Kühn, Marianek (81. Scheu), Yasar (65. Lohr), Schmid, Brandt, Schröder, Weichler (46. Schnelle)

Tor: 0:1 Kühn (39.)

Zuschauer: 260

Rot: Tiemo Reutter (Notbremse, 34.)

Schiedsrichter: Philipp Götz (Schwandorf)