Nach der 1:2-Niederlage zu Hause gegen den TSV Landsberg muss der TSV Bogen den bitteren Gang in die Landesliga Mitte antreten

Am Freitagabend um 20.21 Uhr war es besiegelt. Der TSV Bogen steigt aus der Bayernliga Süd in die Landesliga Mitte ab. Fast pünktlich mit dem Abpfiff begann es im Städtischen Stadion zu regnen, aus den Stadionlautsprechern war der Fußball-Klassiker "You'll never walk alone" zu hören und auf dem Rasen saßen reihenweise niedergeschlagene Spieler. "Es ist einfach enttäuschend und brutal bitter. Das muss ich erst einmal sacken lassen", sagte TSV-Trainer Ben Penzkofer nach der Partie.

Bogen erarbeitet sich in der Endphase des Spiels ein 2:2 in Landsberg – Torschützen: Lukas Käufl und Michael Schessl

Es war, bei ungemütlichem Fußballwetter, ein eher mäßiger Bayernliga-Kick. Aber ganz nach dem Geschmack von unbefangenen Fußball-Fans, vor allem in der letzten halben Stunde, die an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten war. Für die Fans, Verantwortlichen und Mannschaften der beiden Vereine war es die Hölle. 2:0 lagen die Hausherren nach einer Stunde vorne. Eigentlich lagen die Bogener bereits geschlagen am Boden. Aber dann zeigten die Niederbayern eine große Moral und erarbeiteten sich, im wahrsten Sinne des Wortes, in der Nachspielzeit noch ein 2:2. Und damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am morgigen Freitag um 18:30 Uhr im städt. Stadion von Bogen.

Am Samstag um 16 Uhr können die Rautenstädter das Ergebnis noch korrigieren

Noch ist nichts entschieden, aber die Niederbayern werden es sehr schwer haben, das Ergebnis aus dem Hinspiel, zu korrigieren. Noch ist die Zuversicht nicht verloren, die Mannschaft um Spielführer Stefan Meyer muss allerdings eine ordentliche Schippe drauf legen. Bogen hatte zwar in Traunstein häufig mehr Ballbesitz, aber am Ende waren sie insgesamt zu harmlos und in der Defensive haben die Rautenstädter, dann doch wieder zwei Fehler gemacht, die von den Traunsteinern gnadenlos ausgenutzt wurden. Die Traunsteiner haben aus einer kompakt stehenden Abwehr ihre Stärke ausgespielt.

Bogen verliert beim TSV Schwabmünchen glatt mit 4:0

Das vielleicht Gute aus Bogener Sicht zuerst – der direkte Abstieg konnte, trotz der deutlichen Niederlage verhindert werden. Weil zeitgleich der FC Gundelfingen gegen den TSV Dachau zuhause nicht gewinnen konnte. Die weniger gute Nachricht, die Rautenstädter müssen nach 2016 auch in diesem Jahr in die Relegation. Keine Frage, der TSV Schwabmünchen hat gegen die Niederbayern einen verdienten Sieg eingefahren, wohl auch deshalb weil bei den „Blau-Gelben“ gleich sechs Stammkräfte krankheits- und verletzungsbedingt fehlten.

1:1 gegen Traunstein reicht nicht, um den Klassenerhalt einzusacken – Elfmetertorschütze Marco Jordan

Es zieht sich schon wie ein roter Faden durch die Saison, auch in der ersten Relegationsrunde gegen Traunstein war es so. Schon in Traunstein hatte die Offensivreihe wenig zu melden, in Bogen war es nicht viel anders. Allerdings darf man den Rautenstädtern den Willen nicht absprechen. Wer schon Fußball gespielt hat, weiß dass es schwierig ist durch zwei Abwehrreihen durch zu kommen. Vielleicht wären Fernschüsse ein probates Mittel gewesen, aber auch bei solchen Versuchen waren die Reihen so dicht, dass da wohl nichts durchgekommen wäre. Bogen hat sich trotz 2:0 Rückstandes im Hinspiel in Traunstein nicht aufgegeben. Im Grunde war es in den 90 Minuten ein Spiel auf ein Tor. Die Mannschaft war gut eingestellt hat eigentlich nichts zugelassen und versuchte das Hinspielergebnis zu drehen.

Bogen verliert gegen den FC Ismaning mit 2:1 – Bogens Torschütze Christoph Schambeck

Das die Relegation für die Niederbayern unumgänglich ist, war seit dem letzten Spieltag klar. Dennoch war allen Bogenern nach dem Schlußpfiff die Enttäuschung anzumerken. Jetzt haben die Rautenstädter eineinhalb Wochen Zeit den Negativlauf aus der abgelaufenen Saison aus den Kleidern zu schütteln. Den Kickern des TSV Bogen sollte bewusst sein, dass die Relegation ein eigener Wettbewerb ist – die Uhr ist auf null gestellt und für jeden der beteiligten Vereine ergibt sich die gleiche Chance in der nächsten Saison in der Bayernliga zu spielen. Wenngleich die Rautenstädter insofern einen Vorteil haben, dass sie zunächst mit einem Freilos in die Relegation gehen. In der 2. Runde treffen sie dann auf den Sieger aus den Begegnungen zwischen Traunstein und Donaustauf.