Verdienter 2:1 der Rautenelf beim TSV Bad Abbach durch einen Doppelpack von Balti Sabadus

Bogens Verantwortliche liefen vor dem Spiel mit großen Sorgenfalten herum. Drei Torleute sind auf der Spielerliste beim BFV gemeldet. Alle Drei waren wegen Verletzungen ausgefallen. Interimstrainer Marco Kenneder übernahm Verantwortung und zog sich die Torwarthandschuhe an. Um es vorweg zu nehmen, er und seine Abwehrkette machten ihre Sache sehr gut. Am Ende stand ein verdienter Sieg der Rautenelf bei der jeder Spieler seinen Auftrag mehr als erfüllt hat. Nach dem Schlusspfiff sah man bei den Bogenern nur strahlende Gesichter. Dieser Sieg war nicht nur wichtig für das Punktekonto, sondern mehr noch für die Moral der Rautenelf. Und noch was, die Interimstrainer Kenneder und Muhr haben ihre Sache sehr gut gemacht. Sie übergeben am heutigen Samstag eine intakte Mannschaft an Bogens Neutrainer Barbaros Yalcin, der sicher viel Freude mit seiner neuen Mannschaft haben wird. Marco Kenneder wird ihm, wie geplant, assistieren, Helmut Muhr wird sich wieder vermehrt seinen Aufgaben als Sportdirektor widmen.

Jungkeeper Simon Weinzierl wollte sich zwar noch warm machen, aber er winkte sehr schnell ab. Also ging es ohne gelerntem Torwart in ein Landesligaspiel, dass schon auch einer großen Bedeutung zugemessen wurde. Kann die Rautenelf ihren Aufwärtstrend fortsetzen oder war es nur ein Strohfeuer.
Natürlich wusste die Heimmannschaft, dass mit Marco Kenneder kein gelernter Torwart im Kasten der Bogener steht. So war die Devise klar, aus allen Rohren schießen, immer und immer wieder hat Abbachs Trainer Torsten Holm seine Spieler aufgefordert frühzeitig zu einem Abschluss zu kommen. Und bereits in der 7. Spielminute kam Bad Abbach durch Florian Folger zum 1:0. Eine Ecke wurde zunächst kurz ausgeführt, etwas nach innen versetzt kommt die Heimmannschaft zum Flanken. Folger kommt unbedrängt sechs Meter vor dem Gästetor zum Kopfball und nickt ein. Kenneder wird von seiner Hintermannschaft ganz schön im Stich gelassen. Naja, das fängt ja gut an – die Pessimisten beim Bogener Anhang befürchteten schlimmstes. Bogens Mannschaft schüttelt sich kurz, man merkte den Mannen um Kapitän Sabadus an, dass sie das nicht großartig geschockt hat. Den bereits in der 12. Minute schlägt die Rautenelf zurück. Balthasar Sabadus, der scheinbar wieder an seine hervorragenden Leistungen früherer Tage anknüpfen kann, startete in der eigenen Hälfte ein Dribbling. Unaufhaltsam marschiert es in des Gegners Strafraum. Mit einem herrlichen Abschluss bringt er seine Mannschaft ins Spiel zurück. Dieser Treffer bewirkte eine ganz tolle Moral bei der Rautenelf. Von Minute zu Minute kam Bogen besser ins Spiel, schon bald hatten die Rautenstädter deutlich mehr Ballbesitz und waren der Chef auf dem Rasen. Die Abwehr stand bombensicher und machte es ihrem Aushilfskeeper wirklich leicht. Nur gelegentlich musste er eingreifen und wenn er wirklich mal einen Ball abwehren musste, dann machte Keeneder dies mit großer Überzeugung. In der 25. Minute hatte Sabadus eine Doppelchance auf dem Fuß, schon allein der Wille und der ballsichere Auftritt des Bogeners war sehenswert. Wieder lässt er seine Gegenspieler ganz schlecht ausschauen. Am Elferpunkt kommt er ein erstes Mal zum Abschluss, Abbachs Torwart Räuschl wehrt ein erstes Mal ab, kann den Ball aber nur noch nach vorne abklatschen. Sabadus kommt nochmals an den Ball, mit einem ganz tollen Reflex kann Räuschl erneut klären. In der 43. Minute dann eine 100%ige Torchance für Gürkan Ögütlü. Wieder war Balti Sabadus der Ausgangspunkt, er überläuft die halbe Abwehr, von der Grundlinie bringt er den Ball nach innen. Mutterseelenallein und völlig blank stehend kommt Ögütlü an den Ball. Er kann sich den Torwart eigentlich noch ausschauen – überhastet schließt er ab und schießt Torwart Räuschl an. Nur zwei Minuten später macht Ögütlü fast alles richtig, mit einem satten Schuss von der Strafraumlinie zwingt er Räuschl zu einer Glanztat. Mit den Fingerspitzen klärt er zur Ecke. Diese wird präzise von Karl nach innen gebracht – Balti Sabadus steht goldrichtig, er bringt seine Farben mit dem Halbzeitpfiff mit 2:1 in Führung.

Bad Abbach wurde von den couragierten Auftritt der Rautenelf wohl dermaßen überrascht, sie hatten im ersten Durchgang nichts zusammenbrachten, sie hatten keine einzige Torchance. Die Bogener hatten sich eigentlich darauf eingestellt, dass Abbach im zweiten Durchgang den Turbo einschalten wird. Aber nein, auch in Halbzeit zwei kommt von der Heimmannschaft wenig bis nichts. Außer ein paar Standards, die allesamt harmlos waren, kam nichts auf das Tor von Marco Keeneder. Und die Rautenelf machte es richtig gut. Sie standen in der Abwehr ganz sicher und waren in der Offensive immer brandgefährlich. Bogen war dem dritten Treffer deutlich näher, als Bad Abbach dem Ausgleichstreffer. Tomas Krbecek kam in der 60. Minute völlig freistehend an der 5er-Linie zum Kopfball, konnte aber den Ball nicht mehr entscheidend drücken. In der 70. Minute lief ein Konter für Lukas Käufl, der den Ball von der Grundlinie auf den mitgelaufenem Ögütlü ablegt. Mit einer ganz starken Parade und den Fingerspitzen bringt Räuschl die Kugel noch um den Pfosten. In den letzten 20 Minuten passiert dann nicht mehr viel – Bogen war auf Ballsicherung ausgerichtet und Bad Abbach brachte aber am Donnerstag nachmittags auch nichts mehr zusammen. Der Sieg der Bogener geht absolut in Ordnung, trotz des Torwart-Handicaps konnte die Rautenelf überzeugen. Die Mannschaft hatte sich durch ihren starken Auftritt wieder belohnen können. Trainer Marco Kenneder sagte nach dem Spiel, dass er „vor dem Anpfiff nervös war wie ein Schülerspieler, der sein erstes Spiel hat. Aber die Mannschaft hat ihm die Aufgabe leicht gemacht. Nach dem Schlusspfiff war er so happy darüber, als hätte er sein erstes Spiel gewonnen“.

TSV 1883 Bogen: Marco Keeneder, Tomas Krbecek, Nico Zeba, Lukas Käufl, Fritz Simmet (Tobias Gayring 62.), Jonas Gruber, Gürkan Ögütlü (Thomas Hentschel 90.) Balthasar Sabadus, Niklas Karl (Simon Mossbauer 79.), Makamba Sidibe, Pepe Warminski;

TSV Bad Abbach: Ludwig Räuschl, Tobias Schlagbauer, Calvin Zethmeier (Michael Stuhlfelder 60.), Niklas Scheuerer, Alex Schröppel, Florian Folger, Christopher Prester ( Djingue Gueye 74.), Tobias Doblinger, Mehmet Sin (Peter Auchter 74.), Dominik Huber, Alexander Bucher;

Tore: 1:0 Florian Folger (11.)
         1:1 Balti Sabadus (12.)
         1:2 Balti Sabadus (45.)

Schiedsrichter: Andreas Peplinski (Nürnberg)

Zuschauer: 110