Bittere 2:1 Niederlage der Rautenelf gegen den FC Tegernheim – Bogens Torschütze Balti Sabadus

„Es tut mir Leid“ schon fast entschuldigend sprach Tegernsheim Trainer Andi Meyer den Bogenern Mut zu, „aber ihr werdet bestimmt bald wieder in die Erfolgsspur zurück finden“ so Andi Meyer weiter, „da bin ich überzeugt“. „Ja, und es war ein glücklicher Sieg und nehmen diesen natürlich gerne mit nach Hause“. Bogens Interimstrainer Marco Kenneder war die Enttäuschung deutlich anzukennen. „Wir sind fleißig im Training, gehen hoch motiviert ins Spiel und haben uns viel vorgenommen, bringen es einfach nicht auf den Platz – die ersten Minuten bist besser im Spiel, merkst aber, dass sich dann von Minute zu Minute die Angst und Verunsicherung breit macht. Aber wir werden uns nicht hängen lassen, werden auch in dieser Woche wieder fleißig trainieren und versuchen es in Lam, den berühmten Bock umzustoßen.“ Schnell spricht man bei einem solchen Negativlauf von einer Krise im Verein, von Unstimmigkeiten oder gar größeren Störungen innerhalb der Mannschaft bzw. des Vereins. Nein, und da bin ich nun wirklich nah genug dran, die Mannschaft ist nicht zerstritten und sie lachen auch miteinander. Und auch das Präsidium ist sich einig, Ruhe bewahren, arbeiten und nach der best möglichen Lösung suchen. Es ist völlig normal, dass der Eine oder Andere mit seiner Rolle als Auswechselspieler unzufrieden ist. Aber es fehlen nach dieser Negativserie einfach die letzten Prozentpunkte, die Verunsicherung ist zum Greifen und dann passieren Fehler die sonst nicht bestraft werden, aber in der aktuellen Situation zu Gegentoren führen.

Noch beim Aufwärmprogramm hat man den Eindruck, heute wird es anders bei der Rautenelf, hochkonzentriert wird jede Übung angegangen, ja und es wird auch geflachst. Auch in den ersten Minuten des Spiels kann man den Eindruck gewinnen, dass sich die Mannschaft viel vorgenommen hat. Mit einfachen Pass-Spiel versucht die Mannschaft Sicherheit und Ruhe in ihr Spiel zu bringen. Tegerheim lässt den Bogenern diesen Freiraum, ja eigentlich hat man den Eindruck, dass die Tegernheimer mit großen Respekt vor der Heimmannschaft aufgelaufen sind. Bogen hat schon in den ersten Minuten mehr Ballbesitz, dies verändert sich auch während des ganzen Spiels nicht. In der Abwehr lässt man nichts anbrennen, man kommt zügig durchs Mittelfeld, aber, deutlich vor des Gegners Gefahrenzone ist dann Schluß mit der Weisheit der Rautenelf, man findet den Mitspieler nicht, der Abschluss ist zu harmlos oder man kommt einfach nicht am Gegenspieler vorbei. Und das auch Tegernheim mitspielen will zeigen sie ein erstes Mal in der 17. Spielminute, mit nur einer Ballberührung kommen sie aus dem Mittelfeld an Bogens Strafraumgrenze, ziehen ab und verfehlen ganz knapp die Kiste. Nur wenige Minuten später machen es die Hausherren den Gästen nach, logisch die Rautenelf hat das Fußballspielen auch nicht verlernt. Gekonnt und flüssig geht es bis zur Strafraumgrenze, im Strafraum zieht Simon Moosbauer einfach mal ab und verfehlt sein Ziel ganz knapp. Hoppla, könnte man meinen, es geht doch, nur wenige Minuten später die erste richtige große Chance im Spiel. Ein öffnender Diagonalball von Nico Zeba auf Balti Sabadus. Gekonnt nimmt er die Kugel mit, er sieht, dass Lukas Käufl mitgelaufen ist. Von der Grundlinie bringt er die Kugel nach innen. Im letzten Moment kann Tegernheim vor dem einschussbereiten Käufl klären. Jetzt hat Bogen deutlich mehr vom Spiel, man hat den Eindruck jetzt könnten sie ein erstes Mal seit Wochen in Führung gehen. Aber nein, zwischenzeitlich ist man in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit angelangt. Bogen im Ballbesitz schon fast am gegnerischen Strafraum, Ballverlust und ganz schnell geht’s in die andere Richtung, ganz einfach und simpel geht’s in den Bogener Strafraum und schon klingelt es im Kasten der Rautenelf – Torschütze Max Wasmeier, Halbzeit.

Die Mannschaft hat jetzt 15 Minuten Zeit sich von dem Schock zu erholen, diesen aus den Kleidern zu schütteln und dann noch 45 Minuten das Spiel zu drehen. Wieder kommt Bogen besser ins Spiel, schon in der 47. Spielminute hätte Bogen den Ausgleich machen können, ja eigentlich müssen. Jonas Gruber kommt über rechts, er macht das richtig gut, findet in Fritz Simmet einen Abnehmer, er kommt nicht richtig hinter den Ball und so lassen die Niederbayern eine gute Chance ungenutzt. Jetzt ist Bogen wieder besser im Spiel, kommen auch an die Gefahrenzone oder gar in diese – aber es bleibt dabei, in diesem Bereich sind die „Blau-Gelben“ zu harmlos, häufig treffen sie im letzten Drittel einfach auch nur die falsche Entscheidung – spielen ab, wenn sie schießen könnten – schießen, wenn sie besser den Nebenmann mitnehmen hätten sollen. Jetzt, aber jetzt – Tomas Krbecek kommt im Strafraum an den Ball, sein Schuss wird ein Schüsschen und kein Problem für Tegernheims Torwart. Ja, er war jetzt lange Zeit nicht dabei, Trainingsrückstand, aber man merkt halt, dass auch die sognannten Führungsspieler nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzen. In der 73. Minute kann sich Bogen nach vielen Wochen endlich mal belohnen.

Scharf bringt Nico Tremml einen Freistoß in die Box, Tegernheim kann nicht entscheidend klären – Sabadus steht dort ob er öfters stehen müsste und lässt Tegernsheim Torwart Nico Wagner keine Abwehrchance. Noch wäre genügend Zeit für die Rautenelf das Spiel zu drehen. Immer und immer wieder tragen sie das Spielgerät nach vorne. Aber wie so häufig wird im letzten Drittel mit den Möglichkeiten ungenau umgegangen. So auch in der 82. Spielminute, am gegnerischen Strafraum verliert Nico Tremml den Ball, die Kugel wird einfach nur nach vorne gedroschen und über Bogens letzte Linie.

Tegernheims Kapitän Thomas Schneider überläuft allen davon, legt sich den Ball im Strafraum zu weit nach vorne. Lukas Krbecek will zugreifen, aber er erwischt nur die Beine des Angreifers. Strafstoß und dieses Geschenk lässt sich Schneider nicht nehmen und verwandelt sicher zum 1:2. Nach so einem Rückschlag ist die Bogener Mannschaft in den letzten Wochen schon häufig in sich zusammen gebrochen, aber sie haben bis zur letzten Minute noch alles versucht, noch deutlich vor der 90. Minute haben die Bogener einen Strafstoß gefordert. Tobi Gayring kommt an den Ball, wird von der Seite attackiert fällt – ja wenn du einen Lauf hast bekommst den Strafstoß zugesprochen – kann man pfeifen, muss man aber nicht.
Tegernheim im Glück – in Bogen heißt es, arbeiten, arbeiten, Kopf hoch richten und am Samstag in Lam kann man es schon wieder besser machen.

TSV 1883 Bogen: Lukas Krbecek, Tomas Krbecek, Marco Kennender, Nico Zeba, Lukas Käufl, Fritz Simmet (Tobias Gayring 83.) Simon Moosbauer (Nico Tremml 46.), Jonas Gruber (Makamba Sidibe 68.), Tobias Haumer, Balthasar Sabadus, Pepe Warminski;

FC Tegernheim: Nico Wagner, Leo Waldhauser, Thomas Schneider, Gentrit Isufi, Martin Glöckner, Simon Fuchs (Niels Föll 68.), Berrak Yildirim (Kevin Sieber 35.), Johannes Schmid, Tobias Geier, Peter Hofbauer (Florian Schwab 85.), Max Wasmeier;

Tore: 0:1 Max Wasmeier (45 + 1.)
        1:1 Balthasar Sabadus 73.
        1:2 Thomas Schneider (82. – Strafstoß)

Schiedsrichter: Marina Bachmann (Ottobrunn)

Zuschauer: 165